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Standortvernetzung·3 Min. LesezeitNUXOA GmbH

L2 Transport oder Standort-VPN: Was passt zur Verbindung Ihrer Rechenzentren?

Brauchen Sie Ethernet zwischen zwei Standorten oder eine verschlüsselte Verbindung zwischen IP-Netzen? So klären Sie Architektur, MTU, Bandbreite und Ausfallwege.

Zwei Rechenzentren sollen Daten austauschen. Dafür kommen unter anderem ein Ethernet-Transport oder ein Standort-VPN über vorhandene Internetanschlüsse infrage. Die erste Frage lautet: Braucht die Anwendung wirklich eine gemeinsame Layer-2-Verbindung, oder genügt geroutete IP-Erreichbarkeit zwischen getrennten Netzen? Davon hängt ein großer Teil der Planung ab.

Was die beiden Varianten verbinden

Ein L2-Transport stellt eine Ethernet-Verbindung zwischen Übergabepunkten bereit. Darauf können Sie VLANs beziehungsweise eigene IP-Verbindungen nach den vereinbarten Übergaberegeln betreiben. Nicht jeder Ethernet-Dienst behandelt Tags oder große Frames gleich. Die konkrete Leistung muss zu Ihrer Konfiguration passen.

Ein geroutetes IPsec-Standort-VPN verbindet IP-Netze über einen bestehenden Unterbau, beispielsweise Internetzugänge. Welche Netze durch den Tunnel erreichbar sind, legen Routing und Sicherheitsregeln fest. IPsec kann Integrität und Verschlüsselung bereitstellen; die tatsächlich verwendeten Verfahren sind Teil der Konfiguration.

L2 bedeutet nicht automatisch verschlüsselt

Eine vom öffentlichen Internet getrennte Verbindung ist keine Aussage über Verschlüsselung. Legen Sie fest, welche Daten verschlüsselt werden müssen und wo die Verschlüsselung enden soll. Auch über einem L2-Transport können Sie verschlüsselte IP-Verbindungen betreiben. Transport und Schutz der Nutzdaten sind getrennte Entscheidungen.

Vier Fragen für die Auswahl

  1. 1Benötigt die Anwendung Ethernet über beide Standorte? Prüfen Sie die dokumentierten Anforderungen. Eine gemeinsame Broadcast-Domäne vergrößert auch den Bereich, in dem sich Fehlkonfigurationen auswirken können.
  2. 2Welche Übertragungszeit ist akzeptabel? Beschreiben Sie Datenmenge, Zeitfenster und parallele Last. Bei Replikation zählen außerdem die von der Anwendung tolerierte Verzögerung und der mögliche Rückstand.
  3. 3Welche MTU muss durchgehend funktionieren? Tunnel verursachen zusätzlichen Overhead. Prüfen Sie die nutzbare Paketgröße an den Endpunkten und testen Sie echte Anwendungen.
  4. 4Welcher Ausfall muss abgefangen werden? Zeichnen Sie beide Wege mit Routern, Ports, Anschlussleitungen und Standorten auf. Ein zweiter Tunnel über dieselbe Leitung schützt nicht vor deren Ausfall.

Bandbreite und Latenz im Angebot konkretisieren

Layer 2 oder Layer 3 allein entscheiden weder über Latenz noch über garantierte Bandbreite. Vergleichen Sie die angebotenen Leistungen: Kapazität, Messpunkte, Verfügbarkeit, Entstörung und gegebenenfalls vereinbarte Verzögerungswerte. Bei einem VPN zählen zusätzlich Leistungsfähigkeit der Endgeräte und Auslastung der Internetanschlüsse. Ohne vergleichbare Messbedingungen sind einzelne Zahlen wenig hilfreich.

Diese Angaben braucht eine L2-Anfrage

  • Exakte Standorte A und B mit Rechenzentrum und Übergabepunkt
  • Gewünschte Bandbreite und geplanter Start
  • Porttyp, VLAN-Anforderungen und benötigte MTU
  • Anwendung, Lastprofil und Verschlüsselungsbedarf
  • Gewünschte Ausfallabsicherung und bereits vorhandene Verbindungen

AS51202 bietet L2-Verbindungen innerhalb Frankfurt und Nürnberg sowie zwischen den Regionen an. Die verfügbare Strecke und Übergabe werden anhand beider Standorte geprüft. Wenn Ihre Anwendung nur IP-Erreichbarkeit benötigt, beziehen Sie eine geroutete Variante in den Vergleich ein. Entscheidend ist, welche Lösung Ihre Anforderungen im Betrieb erfüllt.

Quellen