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Planung·3 Min. LesezeitNUXOA GmbH

IP Transit anfragen: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Standort, Bandbreite, ASN, Präfixe und Übergabe: Mit dieser Checkliste bereiten Sie eine Transit-Anfrage vor und erkennen offene Punkte vor der Bestellung.

Für ein erstes IP-Transit-Angebot müssen noch nicht alle technischen Angaben feststehen. Hilfreich sind der gewünschte Übergabestandort, die benötigte Bandbreite und ein Zieltermin. Für die Inbetriebnahme braucht es zusätzlich eine abgestimmte Routing- und Portkonfiguration. Diese Checkliste trennt die Angaben für ein Angebot von den Entscheidungen, die vor dem Start fallen müssen.

1. Standort, Commit und Port getrennt angeben

Nennen Sie das Rechenzentrum möglichst genau: Betreiber, Gebäude und vorhandener Rack- oder Übergabepunkt. Die Stadt allein reicht zur Prüfung einer Anbindung nicht aus. Ein Cross-Connect innerhalb eines Gebäudes ist anders zu planen als ein Transport zu einem weiteren Standort. Klären Sie, wer die interne Verkabelung beauftragt und welche einmaligen oder laufenden Kosten hinzukommen.

Unterscheiden Sie beim Bedarf den gebuchten Mindestabnahmewert (Commit) von der Geschwindigkeit des Ports. Ein 10-Gbit/s-Port bedeutet nicht automatisch einen Commit von 10 Gbit/s. Nennen Sie normale Last, erwartete Spitzen und Wachstum, sofern Sie diese bereits abschätzen können. Fragen Sie nach der Behandlung von Mehrverbrauch und nach der Auswertung beider Verkehrsrichtungen.

2. ASN und Präfixe für die BGP-Anbindung klären

Bei einer Anbindung Ihres eigenen autonomen Systems gehören ASN und die anzukündigenden IPv4- und IPv6-Präfixe in die technische Abstimmung. Halten Sie fest, welches AS die Präfixe tatsächlich als Ursprung ankündigt und wer die Ressourcen verwaltet. Wenn ASN oder Adressraum noch fehlen, beschreiben Sie das offen. Eine allgemeine Anfrage ersetzt keine Prüfung, welche Ressourcen und welche Anschlussvariante für Ihren Fall benötigt werden.

Prüfen Sie bestehende ROAs vor der Umschaltung: Origin-AS und zulässige Präfixlängen müssen zur geplanten Ankündigung passen. Ein veralteter Eintrag kann eine gewollte Route als RPKI-invalid erscheinen lassen. Stimmen Sie auch die vom Anbieter benötigten Routing-Registry-Einträge ab.

3. Routing und Übergabe festlegen

  • Routenempfang: Benötigen Sie eine Default-Route, ausgewählte Routen oder vollständige Tabellen? Routerkapazität und Routing-Policy müssen dazu passen.
  • BGP: Peer-Adressen, eigene ASN, Nachbar-AS, Import- und Exportfilter sowie Präfixlimits vorab abstimmen.
  • Übergabe: Portgeschwindigkeit, Medium, Optik, VLAN und MTU mit beiden Seiten abgleichen.
  • Betrieb: Technische Kontakte, Wartungsfenster und Ablauf für Störungen festhalten.
  • Redundanz: Beschreiben, welcher Ausfall abgefangen werden soll. Zwei Sessions auf demselben Anschluss ersetzen keine unabhängige zweite Anbindung.

4. DDoS-Schutz und Abnahme einplanen

Nennen Sie die Dienste hinter den Präfixen, etwa Webanwendungen oder UDP-basierte Anwendungen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Prüfung legitimer Verbindungen. Vereinbaren Sie vor dem Start konkrete Abnahmeschritte: IPv4- und IPv6-Erreichbarkeit, korrekte Ankündigungen, Anwendungstests und das Verhalten bei einem abgestimmten Ausfalltest.

Checkliste für die erste Nachricht

  • Übergabestandort und vorhandener Anschluss
  • Gewünschter Commit, Portgeschwindigkeit und Zieltermin
  • ASN und Präfixe, soweit vorhanden; fehlende Angaben ausdrücklich nennen
  • Gewünschter Routenempfang und bestehender Router
  • Betriebene Dienste, Schutzbedarf und Redundanzanforderungen
  • Technischer Ansprechpartner und offene Fragen

Für AS51202 finden Sie veröffentlichte Transit-Tarife und Standorte auf der Leistungsseite. Nutzen Sie diese als Ausgangspunkt; Übergabe, Mehrverbrauch und ein etwaiger Transport gehören in das konkrete Angebot.

Quellen